Donnerstag, 2. Juni 2011

Neues aus meiner Freizeit

afrikanischer Staub ist nervig!
Es gibt Neuigkeiten, was den Skatepark betrifft. Die Mauer, welche mitten durch den Platz führte ist zwar abgerissen worden, die Rampen aber gleich mit. Ein Brett einer Rampe ist vor einer Reise kaputt gegangen und ich hab es nicht mehr geschafft es zu reparieren, und da die anderen Jungs einfach noch überhaupt keine Eigenständigkeit entwickelt haben, (alle Aktionen gehen leider immernoch von mir aus) blieb die Rampe einfach so stehen. So ohne Nutzen blieben die restlichen Bretter auch nicht lange an ihrem Platz. Ich weiß nicht wohin das Holz diesmal gegangen ist und ich will es auch gar nicht genau wissen, jedoch raubt dieser ständige Bretterklau mir fast jegliche Motivation. Dauernd wird von Bauarbeitern das Holz abgerissen, für Gerüste oder sonstwas benutzt, und wenn ich Glück habe nach Gebrauch wieder zurück geworfen, sodass ich es zumindest wieder rannageln kann. Meist jedoch muss ich wieder suchen, es mir zurück erfragen oder es ist halt ganz weg.
Dazu kommt, dass es hier für mich nicht einfach ist Holz zu organisieren. Finde ich einen Haufen Abfallholz und frage, ob ich ein paar Bretter benutzen kann, wird mir entweder gesagt, ich als Obruni (weißer Mann) muss das dann aber bezahlen, oder es wird bestimmt noch gebraucht (und ich sehe den Haufen ein oder zwei Tage später nur nach als Feuer/Asche-Mix).
Die Motivation der Jungs scheint zwar jedesmal, wenn ich Jeden(!) anrufe und zusammentrommel wieder etwas aufzulodern, nur sich mal selber untereinander zu verabreden um zu Skaten, geschweige denn mal selber sich um die Rampen zu kümmern scheint einfach nicht drin zu sein.
Das ist alles ziemlich frustrierend und ich bin mir nicht sicher, wieviel Energie ich jetzt bei einem weiteren Neustart reinstecken möchte.

der Rest

Donnerstag, 26. Mai 2011

African Union Day

Einmarsch der Gladiatoren
Gestern, Mittwoch der 25.05.2011 wurde der 48. African Union Day gefeiert. Zu diesem Anlass wurde ein Spiel zwischen einer afrikanischen Auswahl und einer Weltauswahl organisiert, welches in Accra stattfand. Ich war mit einigen Anderen dort und habe es sehr genossen. Das Spiel an sich war nicht sehr spannend, es stand vor allem der Spaß und die Botschaft des friedlichen Zusammenlebens im Vordergrund. Die Stimmung war super, es gab Laolo-Wellen durchs Stadion, Musik von Highlife- und Hiplifelegenden, beide Teams wurden bejubelt und als es dann angefangen hatte zu regnen ging der Spaß erst richtig los. Der Platz stand unter Wasser, die Spieler versuchten irgendwie noch zu spielen und wir tanzten völlig durchnässt zusammen mit all den ghanaischen Fussballfans auf den Rängen. Ich musste in dem Moment an mein ersten Stadionbesuch denken, Borussia Dortmund gegen Hannover 96 in Hannover, ich glaub es war im Jahr 2002. Damals hat es auch sehr stark geregnet, damals hatte ich nicht annähernd soviel Spaß wie gestern, bei meinem zweiten Stadionbesuch.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Die letzte Zeit

Nach langer Zeit gibt es mal wieder einen Beitrag von mir.
Nur muss ich sagen, dass in letzter Zeit nicht soviel passiert ist, ich fang mal an:

Den Großteil habe ich, wieder einmal, in Busua verbracht. Es ist einfach ein wunderbarer Ort; schöner Strand, neue Leute treffen und all die Leute wiedersehen, die zu guten Freunden geworden sind sowie das Surfen, dazu ghanaische Preise für Hostel/Verflegung. Ich kann dazu schon gar nicht mehr schreiben, ohne mich zu wiederholen. Es war mal wieder eine gute Zeit.


die ersten Schritte auf dem Surfboard  


Das Osterwochenende habe ich in Nkwakwa verbracht. Das liegt in im hügeligen Mittelghana, und dort wird jedes Jahr zum Ostern ein Festival gefeiert. Als besondere Attraktion kann man dort Paragliden.
Das habe ich mir natürlich nicht nehmen lassen und war so Ostersamstagmorgen auf einem der größten Berge bei Nkawkaw. Beim Paragliden läuft man bei einer stark abschüssigen Strecke an, bis genug Luft den Schirm füllt und zum Gleiten über Stadt, Land und Fluss abhebt. Es wird kein Motor gebraucht, die Höhe wird mit aufsteigenderm warmer Luft gehalten. Es war eine wunderbare halbe Stunde, in der ich die Aussicht über Nkawkaw und Umgebung genießen konnte.




Die Regenzeit hat letztens wieder angefangen, so gab es letzte Woche ein heftiges Gewitter mit heftigem Sturm, der den großen Baum in unserem Hinterhof abknicken und auf das Dach krachen ließ. Der Schaden am Haus ist nicht alzu arg, uns betrifft er gar nicht, da wir im Erdgeschoss leben.
Das Zusammenleben in unserer Wg funktioniert übrigens gut; alltägliche Tätigkeiten werden (ohne Plan) gleichmäßig erledigt und es gibt keinen Grund für Streitigkeiten.







Der dritte und letzte Term hat nun angefangen, der Alltag beginnt also wieder. Was mich sehr gefreut hat; Unser Schulleiter hat gefragt ob wir nicht noch ein Jahr bleiben möchten. Sehr motivierend :-)

Das war es erstmal wieder von mir.

Dienstag, 19. April 2011

Besuch beim Mamponghene

Am 4. April sind einige unsere Schüler zum Chief von Mampong (=Mamponghene) gefahren um ihm ein kleine Geschenk zu machen (ein Foto von ihm bei seiner Einweihung, die letztens stattgefunden hat) und ihm dabei den Emplo-Deaf-Club vorzustellen. Der Emplo-Deaf-Club hat sich zum Ziel gesetzt, Gehörlose besser in die Arbeitswelt und die Gesellschaft zu integrieren. Es war interessant die Prozedur eines solchen Treffens mitzuerleben, die noch sehr traditionell abläuft. So darf zum Beispiel nicht direkt zum Chief gesprochen werden, sondern zum "Linguist", der jeweils "übersetzt" (wiederholt) und anderen traditionellen Handlungen wie z.B. das Verschütten von Hochprozentigem für die Vorfahren. Bei diesem Treffen hat der Chief dem Club nun allgemeine Unterstützung zugesagt. Kurz gesagt: Politisches Händeschütteln.
Nach dem allgemeinem Gruppenbild mit dem Club und dem Chief sowie sonstigen Würdenträgern machten Judith und ich noch ein Bild mit dem Mamponghene.

Samstag, 9. April 2011

Klettern

Wie schon berichtet hatte Judith für ein 3 Wochen Besuch von Frithjof. Dieser hat siene Kletterausrüstung mitgenomen, sodass die Beiden letzten Freitag einen schönen großen Baum im Botanischen Garten ausgesucht haben und mir dann gezeigt haben, wie man professionell Bäume raufklettert. Es war echt anstrengend, weniger körperlich als mental, doch es hat sich gelohnt: Auf den 25 Metern gab es eine super Aussicht  (welche einfach nicht gut zu fotografieren war) und die Gewissheit, dass dort oben noch nie ein anderer Mensch war, hat es echt zu 'nem schönem Erlebnis gemacht. e-TV, ein ghanaischer Fernsehsender hat zufällig an dem Tag eine Werbung über den Garten gedreht, und so natürlich uns beim Hochkraxeln gefilmt sowie mich interviewt. Wäre das vierte Mal im Fernsehen hier in Ghana....
Spaß auf dem Weg nach oben

Die komplette Aussicht bleibt in unseren Köpfen.
Eine weiter Attraktion des Gartens. Beim roten Pfeil war Schluss.



(fast) "Über den Wolken...."

Freitag, 8. April 2011

Trautes Heim...

Wie schon angedeutet sind Judith und ich nun in einer Wohnung zusammengezogen. Es ist ein herrlich freies Gefühl, endlich (wieder) Kommen undd Gehen zu dürfen wann man will und den Frühstückstisch einfach mal Frühstückstisch sein zu lassen. Ich fühle mich echt wohl, die häuslichen Pflichten (Wasser holen, fegen, Wäsche waschen, Abwasch usw.) sind schnell gemacht (und hab ich vorher auch schon gemacht).
Hier jetzt mal ein paar Fotos:

Unsere Küche und Wohnzimmer in Einem

Dusch- und Toilette, natürlich ohne fließend Wasser

Der Hinterhof: links der Regenwasserbehälter und beim Pfeil unsere Hintertür


Mein Zimmer ist nicht wirklich spannend und schwer zu fotografieren. (Einzel-) Bett, Tisch, Stuhl und Schrank. Erinnert ein bisschen an eine Zelle im Gefängnis, ich fühl mich aber sehr wohl.

Dienstag, 5. April 2011

Ghana gegen England

Fußball-Interessierte haben es vielleicht mitbekommen:
Letzten Dienstag spielte Ghana in einem Freundschaftsspiel gegen England. Ich war zu dieser Gelegenheit nach Accra gefahren und hab mir das Spiel bei einem kleinen Public-Viewing angeschaut. Es hat Spaß gemacht, mit all den Ghanaern mitzufiebern und dann in der 91.Minute (zum 1:1) abzufeiern.
Fußball ist Volkssport in Ghana. Jeder interessiert sich dafür und ein rollender Ball zwischen (Kinder-)Füßen ist im Alltagsbild fest verankert. Im Fernsehen wird mit dem runden Leder und seinen Stars geworben und Fussballtrikots sieht man jederzeit auf den Straßen. Die ghanaische Liga allerdings ist nicht annähernd so interessiert wie die große Schwester; die englische Premier League. Trikots englischer Clubs sieht man weitaus öfter als ghanaische Trikots und am Samstag-Nachmittag gibt es in vielen Bars Live-Übertragungen des englischen Spieltages. Das Unentschieden gegen die "Großmacht" England war damit ein großer Erfolg für den ghanaischen Fußball.

Viele junge Männer haben das Ziel von Scouts gesichtet zu werden und die Chance zu bekommen für einen europäischen Club zu spielen. Es gibt schon für die Jugend richtige Sichtungscamps, welche im Unterhaltungsprogramm vom Fernsehen ausgestrahlt werden und so den Firmen als sehr kostengünstige und effektive Werbung dienen. Soweit ich das mitbekommen habe, darf (nur) der Gewinner auf ein Sichtungsturnier in Europa, und so wird mit den Hoffnungen von tausenden Jungs gespielt, die oft alles auf diese eine Karte setzen: Fußball in Europa spielen.
Selbst Institute die sich der Entwicklung Ghanas verschrieben haben betreiben Fußball-Programme, die von der Jugend als Sprungbrett ins Fußballgeschäft verstanden werden. Die Enttäuschung ist so oft groß, und statt also in der Schule zu sitzen trainieren viele Jungs um Fußballstar zu werden.